Brandbekämpfer übten an Rinderzuchtanlage in Jerchel/Menschenrettung dauerte zu lange
Feuerwehren proben den Ernstfall

17.11.2014

Philip Najdzion

55 Feuerwehrleute haben in Jerchel das Bekämpfen eines Großbrandes geübt. Schwächen zeigten sich beim Test beim Retten der Vermissten.

Jerchel l Die Halle einer Rinderzuchtanlage steht in Flammen. Vier Menschen werden vermisst. Dies Szenario mussten die Feuerwehren am Sonnabend in Jerchel meistern. Probleme gab es bei der Rettung der Menschen. Erst 51 Minuten nach dem Alarm hatten die Feuerwehrleute die zusätzlich versteckte fünfte Person aus der Halle befreit. "Das hätte schneller passieren können", sagte Übungsleiter Olaf Wendorff. Statt die Verletzten mit Schlaufentragen rauszubringen, hätten die Retter die Verletzten über die Schulter legen und an die frische Luft tragen sollen. Er gehe aber davon aus, dass sie sich bei einem wirklichen Brand auch so verhalten würden. Zudem hätten die Gruppenführer ihre Atemschutzgeräteträger schneller zur Halle dirigieren müssen. "Den Ernstfall zu spielen, ist natürlich nicht einfach", erklärte Wendorff.

Zufrieden zeigte er sich, dass die Brandbekämpfer schnell vor Ort eintrafen. Nur fünf Minuten brauchten die sechs Jercheler Feuerwehrleute, dicht gefolgt von Potzehne (zehn) und Jeseritz (14). Mit dem Erstangriff konnten die Jercheler alleine nicht beginnen. Unter ihnen war nur ein Atemschutzgeräteträger. Für den Erstangriff sind mindestens vier von ihnen notwendig. Mit dem Eintreffen der Potzehner und der Jeseritzer mit drei beziehungsweise elf Atemschutzgeräteträgern war der Bedarf gesichert.

Insgesamt waren neun Fahrzeuge und 55 Brandbekämpfer im Einsatz, unter ihnen sechs aus Roxförde, sieben aus Wannefeld und elf aus Letzlingen. "Es ist wichtig, dass unsere Leute die Betriebe vor Ort kennenlernen und die Zusammenarbeit trainieren", erklärte Wendorff.

Ein wichtiges Thema war die Wasserversorgung. Die Feuerwehrleute mussten Löschstrecken von einem Brunnen und einem Teich legen. Sie richteten zudem einen Pendelverkehr zum Löschbrunnen in Jerchel ein. Hier trat das nächste Problem auf. Die Letzlinger Wehr betankte die Fahrzeuge. Doch sie musste den Einsatz abbrechen. Die Rettungskräfte wurden zu einem Unfall an der B71 gerufen (siehe Meldung rechts).

Lob gab es von Wendorff für den Einsatzleiter Ralf Fuhlbrügge. Er habe die Situation gut eingeschätzt und drei Einsatzabschnitte gebildet. So mussten die Brandbekämpfer die Giebel löschen, die Verletzten retten und für diese einen Sammelplatz einrichten. Gespielt wurden die Verletzten von Mitgliedern der Jugendwehr. Minutenlang verharrten sie ruhig in der verqualmten Halle. "Sie haben sich sehr gut verhalten und richtig mitgespielt", meinte Wendorff.

         

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