6. Kultursonntag: Acoustic-Hippies spielten Hits einer Musikepoche/Kunrauer Niels Lorenz las
Zeitreise zu den Anfängen des Pops

27.01.2015

   Von
Harald Schulz

(Jahrgang 1957) ist für die Redaktion Oebisfelde zuständig.

Harald Schulz

Das Unterhaltungsangebot des Kulturklubs Drömling mit Unterstützung des Fremdenverkehrsvereins Jeetze-Ohre-Drömling spricht sich in Künstlerkreisen herum. Sonntag waren die Acoustic Hippies und Niels Lorenz zu Gast.

Kunrau l Das Durchatmen kam für die zahlreichen Helfer erst am späten Sonntagabend. Das Resümee des sechsten Kultursonntags fiel dafür positiv aus. "Es hätte zwar mehr Publikum sein können, doch diese Veranstaltungsreihe entwickelt sich", meinte der Vorsitzende des gastgebenden Kulturklubs Drömling (KKD), René Schneider, zufrieden. "Mittlerweile hat sich dieses Kulturangebot auf dem Lande auch bei zahlreichen Künstlern herumgesprochen. Ich glaube, wir werden in der Szene mit dem Kultursonntag langsam Kult", so Schneider. Dem Publikum jedenfalls gefiel dieser Nachmittag im Großen Saal des Schlosses. Die Atmosphäre zwischen Lesung, Live-Musik und kulinarischem Angebot löste die Aufforderung aus, solch ein Kulturangebot auch zukünftig anzubieten.

Dass das kein leichtes Unterfangen sein wird, darüber sind sich Schneider und der Vereinsvorstand durchaus im Klaren. "Solche künstlerische Qualität hat ihren Preis. Und unser Budget ist ein sehr schmales. Aber wenn jemand bei uns auftritt, dann stets mit Herzblut - auch für den kleinen Kulturklub vom Lande", freut sich René Schneider über die bisherigen Erfolge.

Solches doppeltes Herzblut kann den Acoustic Hippies zugesprochen werden. Das Quartett sieht so gar nicht nach Hippie-Flower-Power-Zeit aus. Friedemann Benner, Detlef Goy und Ingolf Kurkowski spielen derzeit in der Live-Band von Schlagerstar Roland Kaiser. Chris Franklin ist Komponist und Kopf einer eigenen Band. Doch musikalisch schwimmt die Musik der 1960er und 1970er Jahre im Blut des Berliner Quartetts. Ihrer Professionalität ist es zu verdanken, dass sie Titel wie "Busstop" von den Hollies, den von Dewey Bunnell getexteten Supererfolg "A horse with no name", "You can´t stopp the rain" von der Band Creedence Clearwater Revival (CCR) oder den Peter Green-Welthit "Black magic woman" auf den Punkt live mit Konzertgitarren, Percussion und markanten Stimmen dem Publikum spendierten.

Für Niels Lorenz war es eine Premiere, vor so großem Publikum zu lesen. Der Kunrauer ist Vereinsmitglied im Kulturklub und Fan von Rock-Altmeister Neil Young und seiner Band Crazy Horses. Lorenz las Auszüge aus dem Literaturklassiker "Laurel Canyon - im legendären Tal des Rock n´Roll".

Dieser Wechsel zwischen Lesung und Live-Musik ließ ein sich selbst erklärendes Klangbild über die Entstehungsgeschichte der Popmusik abseits der Massenmedien entstehen. Ein Freiheitsrausch, der nicht allein für Jimmy Hendrix mit dem Drogentod endete.

 

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