Kita "Max und Moritz" feierte 35. Geburtstag
Ein Blick ins Brigadebuch weckt Erinnerungen

08.01.2011

Peter Hintze

Geburtstag wurde gestern in der Salzwedeler Kindertagesstätte Max und Moritz gefeiert. 35 Jahre alt und trotzdem jung geblieben ist die Einrichtung an der Ernst-Thälmann-Straße: Das zeigt sich nicht nur in der Zertifizierung als "Haus der kleinen Forscher", sondern auch mit der Anerkennung als Kompetenzzentrum für frühkindliche Bildung – das einzige in der Hansestadt Salzwedel.

Salzwedel. 35 Jahre Kita "Max und Moritz" – das war gestern ein guter Anlass für eine gelungene Geburtstagsfeier mit Spiel und Spaß für die Kleinen sowie Häppchen, Kaffee und Kuchen für die Großen an der Ernst-Thälmann-Straße. Eltern und Großeltern, ehemalige Erzieher und Mitarbeiterinnen anderer Kitas aus der Hansestadt nutzten die Gelegenheit, sich beim Tag der offenen Tür einen Einblick in den Alltag bei "Max und Moritz" zu verschaffen.

"Am 5. Januar 1976 ist die Kinderkombination ¿Käthe Duncker‘ eröffnet worden", berichtete Ramona Brosowski, stellvertretende Leiterin der Einrichtung, beim Blick ins rot eingeschlagene und mit Schwarz-Weiß-Fotografien illustrierte Brigadebuch aus DDR-Zeiten. Olivia Rosch sei seinerzeit die erste Leiterin der Einrichtung gewesen, Ute Spillner die der Krippe.

Die Seiten boten gestern Gesprächsstoff für drei noch im Hause tätige Mitarbeiterinnen der ersten Stunde. Unzählige Kinder haben Heidemarie Stritzke, Monika Adam und Karola Gäde seit der Einweihung betreut. Ja, sie gehören schon fast zum Inventar, gaben die drei Frauen schmunzelnd zu. Heidemarie Stritzke, die 2011 in den Ruhestand gehen wird, entdeckte unter den Besuchern des Tages der offenen Tür einen ehemaligen Schützling. "Er war ein Kind von mir. Heute ist er als Papa hier", berichtete sie.

Fein säuberlich sind im Brigadebuch die Kosten für das Innenleben (Mobiliar, Spielsachen und Co.) ausgewiesen. Von 194 900 Mark der DDR plus Handelsspanne ist die Rede. 80 Krippen- und 160 Kindergartenkinder besuchten im ersten Jahr die Einrichtung. "Derzeit sind es 120 im Kindergarten, 30 in der Krippe und 130 im Hort", erklärte Ramona Brosowski.

Einiges habe sich in den 35 Jahren des Bestehens der Einrichtung geändert, bekannte Christine Schmidt. Sie leitet die Einrichtung seit 1991 – also mittlerweile im 20. Jahr. "Zu DDR-Zeiten gehörten die Krippen zum Gesundheitswesen, die Kindergärten zur Volksbildung", erinnerte sich die Kita-Leiterin. "Nach der Wende wurde daraus ein Haus." Das habe Startschwierigkeiten mit sich gebracht, die aber schnell überwunden wurden. "Wir haben uns zu einem schönen Kollektiv entwickelt", schwärmte Christine Schmidt. Das Team umfasst 34 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Einzelnen: 31 Frauen (2 Kinderpflegerinnen in Weiterbildung, 29 Erzieherinnen) und 3 Männer (je ein Erzieher, Hausmeister und Koch). Denn gekocht wird vor Ort. Gestern stand für die Mädchen und Jungen Spinat auf dem Speiseplan.

Gearbeitet wird nach dem situationsorientierten Ansatz. "Wir holen die Kinder da ab, wo sie stehen, und helfen, Erlebtes zu verarbeiten", berichtete die Leiterin. "Wir geben ihnen die Zeit, die sie brauchen." Und das bereits seit 15 Jahren. Zudem seien die Erzieher und das Haus "Max und Moritz" ebenso wie die Kita Kronsberg seit dem vergangenen Jahr als "Haus der kleinen Forscher" zertifiziert, so Christine Schmidt. Darüber hinaus sei die Einrichtung Salzwedels einziges "Kompetenzzentrum für frühkindliche Bildung".

In dem Zusammenhang dankte die Leiterin ihren Kollegen für ihre Arbeit – gestern für die Ausgestaltung des Büfetts. Zur Geburtstagsfeier gab es Geschenke – und die Aussage, dass die Kita im Bestand gesichert ist. Seit den 1990er Jahren sei investiert worden, so Eigenbetriebsleiterin Doris Gensch. Das Ensemble mit der Grundschule in der Nachbarschaft sei optimal für die Nutzer im Einzugsbereich.

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