Serie "Mein Büro und ich": Arbeitsagentur-Chef Markus Nitsch liebt es klar und aufgeräumt
Ein Büro zum Sitzen, Stehen und Gehen

27.02.2014

   Von
Nora Knappe

arbeitet in der Lokalredaktion Stendal und interessiert sich vor allem für Geschichten, die das Leben schreibt. Soziales und Kulturelles stehen bei ihr im Mittelpunkt.

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Nora Knappe

Jeder kennt es und fast jeder hat eines - ein Büro. Mal unaufgeräumt, mal ordentlich, aber immer einzigartig und oft ganz persönlich. Die Volksstimme stellt in der Serie "Mein Büro und ich" in loser Reihe Arbeitszimmer vor. Heute: Markus Nitsch, Vorsitzender Geschäftsführer der Stendaler Arbeitsagentur.

Stendal l Keine Aktenberge türmen sich, kein Schnickschnack steht herum, alles ist übersichtlich. Und das nicht nur extra für den Pressetermin, versichert Markus Nitsch. "Ich mag es gern aufgeräumt und leer, weil ich dann besser denken kann." Und es sei nicht etwa so, dass er die Akten in die Schränke stopfe, um sie aus dem Blickfeld zu haben oder um vorzutäuschen, er sei ordentlich. Nein, er versuche, alles stringent abzuarbeiten, was am Tage anfällt. "Und das gilt auch für mein Mail-Postfach, da schaue ich, dass ich alles schnellstmöglich erledige."

Seit 13. Januar ist der 52-Jährige neuer Vorsitzender Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Stendal. Dass die schon vorhandenen Möbel hell sind, kommt seinem Bedürfnis nach Klarheit entgegen. Seine persönliche Herangehensweise an die Dinge erklärt er anhand einiger Ausstattungsstücke und Details:

Konferenztisch: "Mein Job besteht ganz viel aus Gesprächen. An diesem Tisch finden täglich mehrere Besprechungen statt. Kaffee und Tee stehen immer da, es ist mir wichtig, dass ich Gesprächspartnern jederzeit etwas anbieten kann. Zweiergespräche führe ich auch gern beim Spazierengehen, so fanden zum Beispiel auch einige Kennenlerngespräche mit den Mitarbeitern statt. Beim Gehen ist der Geist freier."

Höhenverstellbarer Computertisch: "Ich finde es wichtig, nicht nur zu sitzen. Diesen Tisch kann ich beliebig hoch- oder runterfahren, je nachdem, wie ich gerade arbeiten will."

Immer wieder kommt dieses Nicht-ständig-Sitzen im Gespräch mit Nitsch durch, er ist offenbar gern in Bewegung, wofür ja auch eines seiner Hobbys spricht: das Laufen. Er trainiert für 10-Kilometer-Läufe. Und er will eben auch im Büro in Bewegung bleiben, setzt sich zum Telefonieren gern einen Kopfhörer mit Mikrofon auf, um dann eben auch mal aufstehen zu können. Und es gibt für kurze Besprechungen auch einen Stehtisch in seinem Büro.

Fotos: "Da unsere Agentur für zwei Landkreise zuständig ist, habe ich bewusst Motive aus beiden Kreisstädten ausgewählt: aus Stendal das Uenglinger Tor und die Marienkirche, aus Salzwedel das Rathaus und die Katharinenkirche."

An der gegenüberliegenden Wand hängt eine Landkarte der Altmark, anhand derer sich Nitsch immer bewusst machen kann, für was für eine große Fläche er zuständig ist. "Ich bin auch viel unterwegs, besuche Arbeitgeber, bin bei politischen Partnern präsent und natürlich in unseren Geschäftsstellen."

Flipchart: "Das nutze ich in Besprechungen oft, weil ich Ideen gern grafisch entwickele und darstelle. Dazu habe ich vier verschiedenfarbige Stifte, da kann man die Sachen gut verdeutlichen."

Foto der Lebensgefährtin: "Ein Foto aus dem Privatleben ist ganz wichtig für mich. Das Leben ist etwas Ganzheitliches, Arbeit ist davon nur ein Teil. Meine Lebensgefährtin ist ein wichtiger Anker für mich. Voraussichtlich ab April wird sie auch hier in der Region tätig sein, ebenfalls in einer Arbeitsagentur oder einem Jobcenter."

Kompass: "Das ist ein Abschiedsgeschenk aus meiner vorigen Arbeitsstätte. Der Kompass ist ein Symbol für meinen Job: zu schauen, wo wir hinmüssen, was die richtige Richtung ist. Das Strategische, nicht das Kleinklein, ist das, was in meiner Verantwortung liegt."

Da kommt die sachliche Seite von Markus Nitsch durch. Er hat aber auch eine empathische. Zwischen seiner Zeit als katholischer Priester - immerhin elf Jahre - und seiner Tätigkeit bei der Arbeitsagentur zieht er Parallelen: "Im Mittelpunkt steht bei beiden Berufen der Mensch. Ich kann nur etwas bewegen, wenn ich auf die Bedürfnisse der Arbeitgeber wie auch der Arbeitnehmer eingehe. Ich muss mich auf sie einlassen, um ihre Situation zu verstehen."

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