Weltpremiere von "Besser als nix" in Halle
Die Fußballgötter des SV Grieben

21.08.2014

Vor knapp zwei Jahren sorgte ein Filmteam in der Einheitsgemeinde Tangerhütte für Wirbel. Im Oktober 2012 wurde in Mahlpfuhl und Bittk...

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Tanja Andrys

ist Online-Redakteurin bei der Volksstimme Multimedia GmbH. Ihre Schwerpunkte sind unter anderem soziale Themen und Social-Media-Projekte.

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Tanja Andrys

Halle/Mahlpfuhl l In den blauen Vereinsfarben des SV Grieben flitzen die Fußballer über den Sportplatz. Ein schriller Pfiff hallt über den Platz, gefolgt von einer Meckerei: "Du bist zu spät", blafft Trainer Carsten Rasmus seinen Sohn Tom an. Dieser muss auch gleich fünf Strafrunden laufen und fragt sich, was er verdammt nochmal beim Fußball eigentlich verloren hat, wo er doch lieber Gitarre spielt. Die Antwort geben ihm seine Teamkollegen lauthals mit auf den Weg: "Olé, olé, wenn ich den SV Grieben seh`! Olu, olu, schau` ich den Fußballgöttern zu."

Von Mahlpfuhl nach Halle

Diese Szenen, die sich in dem neuen Kinofilm "Besser als nix" gleich in den ersten drei Minuten abspielen, lassen die Herzen des SV Grieben garantiert höher schlagen. Nicht nur, dass Filmtrainer Rasmus von keinem anderen als Tatort-Komissar Wotan Wilke Möhring gespielt wird. Die Vereinsmitglieder selbst haben als Statisten in dem Film mitgewirkt. Der ein oder andere wird sich garantiert wiedererkennen. So wie Torsten Fettback. Der Mahlpfuhler hat als Komparse mitgewirkt und ist zur Premiere des Films extra nach Halle gereist. Im blauen Sportdress der Griebener trägt er in einer Beerdigungsszene einen Sarg - der ebenfalls in den Vereinsfarben strahlt.

"Es war komisch, mich da zu sehen", erzählt Fettback. "Aber war richtig gut zu erkennen", erzählt der Mahlpfuhler. Vor zwei Jahren, im Oktober 2012, war Torsten Fettback bei den Dreharbeiten in Mahlpfuhl live dabei, hat sich Urlaub genommen, um das hektische Geschehen vor Ort zu begleiten.

Der Film zeigt das Schicksal des jungen Tom (Francois Goeske, Französisch für Anfänger), der auf dem Lande, genauer gesagt in einem Ort namens Grieben, aufwächst. Gedreht wurde dafür in Mahlpfuhl, Tangerhütte, Bittkau, Arneburg und Burg.

Bei der Premiere kamen viele Erinnerungen hoch

All das ist in wunderschönen Bildern im Film eingefangen. Naturaufnahmen an der Elbe, die ländlichen Straßen zwischen Weißewarte und Demker, die Vogelschwärme, die sich über den altmärkischen Feldern formieren. "Eine wunderschöne Landschaft", schwärmte Hauptdarstellerin Anna Fischer gestern im Interview. "Ganz toll waren die Nebelschwaden, die sich an der Elbe frühmorgens gebildet haben." Es habe aber auch Tage gegeben, wo es richtig kalt war, ergänzt Francois Goeske. "Es war so kalt, dass ich total verkrampft war. Daher weiß ich, dass es dort gute Physiotherapeuten gibt."

Schön, dass die Altmark nicht nur durch ländliche Reize beeindruckt. Eines ist jedenfalls sicher: Diese Dreharbeiten wird in der Region niemand so schnell vergessen und schon gar nicht der SV Grieben. "Das war natürlich eine tolle Werbung für uns", findet Rainer Dittrich, Vorstandsvorsitzender des Griebener Sportvereins. "Es war sehr aufregend und wir werden alle ins Kino gehen, wenn der Film anläuft."

Da macht es wohl auch nichts, dass der SV Grieben im Spiel gegen den Erzfeind Lüderitz 7:2 verloren hat. Es war ja bloß im Film.

Mehr Bilder finden Sie unter: www.volksstimme.de/besseralsnix

     

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