DRK-Kreisverband Wanzleben begeht in Wormsdorf das Jubiläum "20 Jahre Sozialstationen"
Erinnerung an die turbulenten Anfänge

06.05.2011

   Von
Ronny Schoof



Ende 1990 kam das Aus für das regionale System ambulanter Pflegedienste in der bisherigen Form. Monate der Ungewissheit waren die Folge, problembehaftet und von der Schaffung neuer Strukturen unter widrigen Begingungen geprägt. Das Ergebnis allerdings war die Etablierung von Sozialstationen. Und dieses Ergebnis kann sich nun 20 Jahre später absolut sehen lassen. Der DRK-Kreisverband Wanzleben feierte das Jubiläum am Mittwoch und stellte dabei die handelnden Personen in den Fokus.

Wormsdorf. Kündigungen, Kurzarbeit, Lohnaussetzung, Gezerre im Behördendschungel - die ersten Monate des Jahres 1991 gestalteten sich für die vormaligen, in Wanzleben, Klein Wanzleben und Eilsleben stationierten Gemeindeschwestern alles andere als erbaulich. Gratulationen, Glückwünsche Dankesbekundungen, Lobreden - so sah es zwei Jahrzehnte später zur Jubiläumsfeier "20 Jahre ambulante Dienste" des DRK-Kreisverbandes im Wormsdorfer "Anbau" aus. Dazwischen lagen aufopferungsvolle Aufbaumühen, wie Kreisvorsitzender Dr. Arthur Vorwallner ausführte: "Wir standen damals vor speziellen Herausforderungen in einem neuen gesellschaftlichen System, mussten völlig neue Strukturen schaffen. Von Tag zu Tag ging es unterschiedlich zu, fast täglich gab es Treffen, um die Strategien zur Problemlösung zu entwickeln. Heute nun möchten wir die Leistungen der Sozialstationen und ihrer Mitarbeiter in besonderer Weise würdigen." Die Arbeit der Einrichtungen in Wanzleben und Eilsleben genieße weithin eine große Wertschätzung, betonte Vorwallner. "Wir können mit Fug und Recht feststellen, dass die 20 Jahre unter einem guten Zeichen standen. Danke dafür an alle - und weiter so!"

Ab Mai 1991 wieder Kontinuität und Qualität

Von Anfang an dabei und im DRK-Kreisverband heute als Abteilungsleiterin für den Pflegedienst zuständig, kann sich auch Eva Schönrock lebhaft an die turbulenten Zeiten erinnern: "Die ambulante Patientenbetreuung war in akuter Gefahr, weil das bisherige System der Landschwestern so nicht mehr funktionierte." Am 1. Mai 1991 - mit der Arbeitsaufnahme von 20 Pflegekräften über ABM in den DRK-Sozialstationen - setzte der Neuaufbau in der Praxis ein - und damit sukzessive auch Normalität, Kontinuität und Qualität. Zwar noch immer nicht gänzlich frei von Problemen, aber letztlich mit einem guten Ergebnis zum Wohle aller, wie Arthur Vorwallner meinte. So hätten die damalige Mischträgerschaft mit der Volkssolidarität, das Inkrafttreten des Pflegeversicherungsgesetzes oder auch die Auswirkungen der Gesundheitsreform die Verantwortlichen vor neue Hürden gestellt.

An DRK-Geschäftsführer Guido Fellgiebel war es, die wichtigsten ehemaligen und noch heute aktiven personellen Stützen der Sozialstationen hervorzuheben. "Was diese Mitarbeiterinnen der ersten Stunde geleistet haben, ist gar nicht hoch genug zu bewerten", befand Fellgiebel.

Unter den heute für die ambulante Pflege tätigen 23 Fach- und 19 Hilfskräften sind noch fünf "Pioniere". Neben Eva Schönrock sind das Ingrid Siedentopf, Regine Barheine, Cordula Bunge und Ursula Tüfer. Alle zusammen bewältigen sie ein Pensum von mittlerweile über 100 000 Hausbesuchen pro Jahr. Sie legen dabei rund 550 000 Kilometer zurück, also die etwa anderthalbfache Entfernung zum Mond. "Uns stehen dafür aktuell 27 Pkw zur Verfügung", sagt Eva Schönrock und denkt in diesem Zusammenhang noch einmal 20 Jahre zurück: "Unser ¿moderner Fuhrpark\' bestand im Mai 1991 aus zwei Autos, einigen Mopeds und Fahrrädern."

 

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