Konstantin Szymkowiak hat Anzeige erstattet, nachdem Dackel Erwin gestorben war
Nach "Hundemord" mit vergiftetem Köder: Polizei in Haldensleben tappt im Dunkeln

16.12.2011

Mandy Ganske-Zapf

Hundehalter in Haldensleben sind beunruhigt, seit kürzlich bekannt wurde, dass ein Hund an einem Rattengiftköder zugrunde gegangen war. Bei der Suche nach dem Täter tappt die Polizei noch im Dunkeln.

Haldensleben l Konstantin Szymkowiak geht alles noch mal durch: Den Weg, den er immer von der Bornschen Straße mit seinem Rauhhaardackel Erwin gelaufen ist, bis zur Hundewiese an der ehemaligen Badeanstalt in Haldensleben. Der Haldensleber dreht und wendet es in Gedanken, wie er will, aber er ist sich sicher: "Irgendwo auf dieser Strecke muss Erwin das unbemerkt gefressen haben." Denn schon am Abend ging es dem zwölf Jahre alten Dackel sichtlich schlecht. "Er hat gebrochen und sich gleich zurückgezogen", blickt Szymkowiak zurück.

Die Tage vergingen mit täglichen Tierarztbesuchen. War Szymkowiak zunächst davon ausgegangen, dass es eine Magengrippe sein könnte, brachten die Ergebnisse einer Blutuntersuchung zutage, dass Rattengift im Spiel war. Es half alles nichts. "Ich musste schließlich entscheiden, dass er eingeschläfert wird." Erwin habe sich nur noch gequält.

Szymkowiak hat daraufhin Anzeige bei der Polizei erstattet. Der Fall hat für Furore gesorgt und die Hundehalter in Haldensleben aufgeschreckt. Die Hundebesitzer, die an der ehemaligen Badeanstalt auf der ausgewiesenen Hundewiese mit ihren Vierbeinern entlang spazieren, sorgen sich. Sie sagen, es begleite sie ein ungutes Gefühl. Eine Frau, die nicht genannt werden will, meint, dass jemand die Köder gelegt haben muss, der Hunde nicht leiden kann. Was sich sagen lässt, ist zumindest, dass die ausgelegten Köder laut Polizei eine perfide Methode sind, um Hunde umzubringen. Die Köder, so heißt es von der Polizei, hätten nicht nur teilweise Rattengift enthalten, sondern waren auch mit Rouladennadeln versetzt. Fressen die Hunde das, verbluten sie innerlich.

"Krank", finden das die Hundebesitzer. Es gibt Gerüchte, dass es schon vor Jahren solche Fälle gegeben haben soll - einmal an der Wiese, aber auch am alten Friedhof. Die Polizei allerdings hat dazu keine Informationen. Die Beamten fahnden nun erst einmal nach dem Täter, der für den aktuellen Fall verantwortlich ist. Zwei Zeugen hatten sich nach den ersten Presseberichten bei den Beamten gemeldet. Die Aussagen hätten aber "keine tieferen Ermittlungsansätze" gebracht, wie Joachim Albrecht sagt. Der Polizeisprecher: "Wir suchen nach der Nadel im Heuhaufen." Bislang hätten auch keine weiteren Geschädigten ausfindig gemacht werden können. Helfen würde aber, wenn Verdächtiges immer gleich der Polizei gemeldet wird, erklärt Albrecht. Auch in diesem Fall bittet er weiter um Mithilfe. Auf die zählen auch die Hundebesitzer in der Stadt.

Konstantin Szymkowiak hofft, dass die Polizei noch neue Hinweise bekommt. Seine Anzeige läuft gegen Unbekannt wegen Verdacht auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. "Wir behandeln das als Strafsache", sagt Joachim Albrecht zu dem Vorgang.

Selbst wenn die Polizei keinen Täter ausfindig macht, wünscht sich Szymkowiak mindestens, dass die Haldensleber durch diesen Fall sensibilisiert werden und auf Verdächtiges eher achten.

Wer etwas gesehen hat und Hinweise zu ausgelegten Ködern oder den Tätern geben kann, meldet sich bei der Polizei in Haldensleben unter der Rufnummer (03904) 4780.

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