Altstadt-Krankenhaus
Investoren planen Umbau zum Bildungs-, Büro- und Wohnstandort

18.06.2014

Ende 2013 schäumte das Stadtoberhaupt vor Wut über den geplatzten
Verkauf der Immobilie ans Land. Am Montag wurde das Geschäft mi...

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Magdeburg l Der Preis ist Geheimsache. Oberbürgermeister Lutz Trümper nennt ihn "vernünftig" und gibt zu verstehen, dass die Stadt das Filetstück in der Innenstadt nicht zum Schleuderpreis hergegeben habe. Mehr noch als die Einnahme freut Trümper aber die Hoffnung auf Entwicklung und Wiederbelebung des prominenten Standortes an der Max-Otten-Straße. Seit der Konzentration des Klinikums Magdeburg in Olvenstedt im Jahr 2007 liegt er brach. "Ich bin guter Hoffnung, dass mit dem Verkauf eine neue Entwicklung auf dem Weg ist, zumal wir mit den Käufern schon sehr gute Erfahrungen gemacht haben", sagt Trümper.

Die neuen Besitzer des Altstadt-Krankenhauses, Peter Schmeinck und Ronald Striegler aus Bad Honnef (Nordrhein-Westfalen), haben ihre Visitenkarte bereits an anderer zentraler Stelle in Magdeburg hinterlassen. Sie bauten die alte Hauptpost am Breiten Weg zum neuen Justizzentrum um. Bei der Gelegenheit sei ihnen auch das alte Krankenhaus ins Auge gefallen, berichtet Peter Schmeinck gestern am Telefon über ein jahrelanges Interesse am Standort.

Die Kaufverhandlungen waren schon weit gediehen, als die Stadt sie zunächst auf Eis legte, weil das Land Interesse an der Nachnutzung als Polizeidirektion anmeldete. Die Pläne wurden Ende 2013 vom Land beerdigt. Danach nahm die Stadt erneut Kontakt zu den früheren Kaufinteressenten auf und wurde sich relativ schnell mit ihnen einig. In der Vorwoche segnete der Stadtrat den Verkauf in nicht öffentlicher Sitzung ab. Am Montag ging er notariell beglaubigt über die Bühne. Als neuer Besitzer der Immobilie firmiert nun offiziell die Projektentwicklungsgesellschaft Altes Krankenhaus Magdeburg, hinter der die beiden Männer aus Bad Honnef stehen.

Welche Pläne verfolgen sie am Standort? Schmeinck: "Wir planen einen Büro-, Bildungs-, Wohn- und Verwaltungs- standort." Mit verschiedenen Mietinteressenten sei man im Gespräch. Zu ihnen soll unter anderem die Domgrundschule gehören und im Verbund eine weiterführende Schule in evangelischer Trägerschaft.

Während die Stadtverwaltung noch im Februar den Standort für ein neues kommunales Gymnasium für ungeeignet erklärt hatte, könnte sich Trümper den Betrieb kleinerer Schulen in einem Teil des alten Krankenhauskomplexes gut vorstellen. Die Investoren hoffen nun auf die schnelle Besiegelung solcher und anderer Mietinteressen in Vertragsform und bestenfalls auf einen Umbaustart 2015/16. Zuvor hat die Stadt im Baugenehmigungsverfahren ein gewisses Mitspracherecht. Besondere Auflagen zur Nachnutzung der Gebäude hat sie beim Verkauf nicht erteilt. Peter Schmeinck sagt: "Wir sind zuversichtlich, dass wir für diesen Standort genug Interessenten finden und ihn gut gefüllt kriegen."

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