Volleyball-Regionalliga: SV Pädagogik Schönebeck ist gedanklich schon bei den Aufstiegsspielen
Die Chance des Außenseiters

04.05.2011

   Von
Frank Nahrstedt



Es war ein kollektives Durchschnaufen beim SV Pädagogik Schönebeck. Erst im Tie-Break sicherten sich die favorisierten Regionalliga-Volleyballerinnen den Titel im VVSA-Pokal gegen den USC Magdeburg. Das war mühevoller, als sie es sich gewünscht hatten. Doch die Voraussetzungen waren nicht optimal, der Fokus liegt seit einigen Wochen auf den Aufstiegsspielen in die 2. Bundesliga, die vom 13. bis 15. Mai bevorstehen - bis gestern eigentlich in Hamburg.

Schönebeck. Doch "der Ausrichter WiWa hat seine Startberechtigung zurückgezogen", bestätigte gestern eine Sprecherin der Deutschen Volleyball-Liga gegenüber der Volksstimme. Deshalb genießt nun der TV Eiche Horn aus dem Regionalbereich Nordwest Heimrecht. Das heißt für den SVP, es muss einiges organisiert werden, beispielsweise muss er sich andere Unterkünfte suchen, nun in der Nähe von Bremen. Das wird eine zusätzliche Belastung mit Blick auf die entscheidenden Partien.

Auch im Pokalfinale war die Relegation in den Köpfen, zudem kehrten beispielsweise Nadine Müller, Michaela Sido und Janine Dreher erst kurz zuvor vom Trainingslager in Riccione/Italien zurück, weshalb das Team gegen den USC nicht gut startete, weshalb im Angriff die Durchschlagskraft fehlte. "Der Pokal war auch nicht so wichtig, er war nur eine Zwischenstation", sagte Sido, weshalb wohl die Konzentration zu gering war.

Trainer Dennis Raab hatte Jessica Schaer und Julia Birkenhauer, die in Bremen fehlen werden, nicht aufgeboten. "Ich wollte unter anderem sehen, wie sich Annika als Startspielerin beweist", erklärte er seine Entscheidung, Annika Große gemeinsam mit Sabine Grenzau auf den Außenpositionen aufzustellen.

Doch die Fehlerquote im Allgemeinen war zu hoch, weshalb der erste Satz mit 18:25 verloren wurde. "Wir hatten schwere Beine", erklärte Sido nach der Trainingswoche im Sand. Doch in den folgenden Durchgängen "haben wir fast keinen Fehler produziert", sagte Raab. Auch die Aufschläge, eines der stärksten Elemente des SVP, wurden sicherer und setzten die Magdeburger unter Druck. "Wir waren teilweise spielerisch überlegen." Zudem kam der USC aus dem Rhythmus, als es mehrere Entscheidungen des Schiedsrichters gegen sich erhielt.

Mit dem 2:1 im Rücken testete Raab in Durchgang vier erneut andere Kombinationen, so dass Annika Große und Kathleen Glaser Spielpraxis sammeln konnten. Auch Jana Merkel erhielt Einsatzzeiten auf Mittelblock, sie unterstützt das Team in Bremen ebenfalls. Doch die Quote im Angriff blieb zu gering, so dass es in den fünften Satz ging. In diesem war Schönebeck wieder da, wie so oft: weniger Fehler als der Gegner, sichere Aktionen und die entscheidenden Punkte - 15:12. In den Spielen gegen den Ersten der Staffel Nordwest (Horn) und den Ersten der Staffel West (TV Gladbeck) muss zumindest diese Leistung von Beginn an abgerufen werden, womöglich kann Schönebeck dann seine Außenseiterrolle nutzen. Es ist nämlich das einzige Team, das nicht als Staffelerster anreist, und könnte daher von den anderen unterschätzt werden.

Volksstimme digital

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