Hygienetag
Zeigt her eure Hände

20.09.2019

Wissenswertes rund um die Händehygiene haben Havelberger Schüler beim Aktionstag im Krankenhaus erfahren.

   Von
Andrea Schröder



Andrea Schröder

Havelberg l Händehygiene ist wichtig. Nicht nur im Krankenhaus. Da natürlich ganz besonders. Aber auch im normalen Alltag sollte man aufs Händewaschen achten. Und das nicht nur in der Erkältungszeit. Wissenswertes dazu erfuhren Neuntklässler der Sekundarschule im KMG-Klinikum. „Agent Blitzblank“ weiß nicht nur, wie Händehygiene richtig geht. Er kann auch singen: Den Handwasch-Rock. Mit diesem und weiteren Filmsequenzen führte Robina Heinrich die Neuntklässler der Havelberger Sekundarschule „Am Weinberg“ in das Thema ein. Sie waren mit Klassenlehrerin Andrea Wellenberg am Mittwoch zum Aktionstag „Händehygiene“. Dieser findet einmal jährlich für alle Mitarbeiter des Krankenhauses statt. Erstmals waren auch Schüler eingeladen“, berichtet die Hygienefachkraft. Sie ist eine von aktuell sechs Kräften innerhalb der KMG und kümmert sich in Havelberg, Kyritz und Wittstock um alles, was mit Hygiene zu tun hat. Ab Januar gibt es eine Fachkraft mehr.

Beim Händewaschen ist es wichtig, sie nicht nur kurz mal unter den Wasserhahn zu halten, sondern mit Seife auch zwischen den Fingern alles richtig zu säubern. „Ihr müsst euch nicht ständig die Hände waschen, aber an der richtigen Stelle“, gab Robina Heinrich den Schülern mit auf den Weg. Im Prinzip weiß das schon jedes kleine Kind: Vor dem Essen und nach dem Toilettengang ist Händewaschen auf jeden Fall angesagt. Zur Händehygiene gehört zudem, dass man nicht in sie hinein niest oder hustet, sondern in die Armbeuge.

Und noch einen Tipp hatte die Hygienefachkraft für ihre Gäste: Händedesinfektionsspender an Schulen sind nicht so sinnvoll. „Viel besser ist es, wenn in jedem Klassenraum eine Taschentuchbox steht. Denn Taschentücher sind tatsächlich Einwegprodukte. Sie gehören nach dem Gebrauch am besten in einen geschlossenen Mülleimer und nicht in die Hosentasche.“ Mit Blick auf die kommende Erkältungszeit riet sie außerdem zu einer Schale mit frischem Obst in jedem Klassenraum. Vitamine beugen Infektionen vor.

Doch zurück zur Händehygiene. An drei Stationen – dem Casino, dem Darkroom (Dunkelkammer) und in der Ergotherapie – gab es noch mehr Wissenswertes beziehungsweise Pflegetipps. Schwester Anke Görtz lud die Schüler im Casino zu einem Kartenspiel ein, das die Hygiene-Chefin der KMG Jana Dorne mit dem Titel „Die magischen 5“ entwickelt hat. Auch eine App gibt es zum Thema.

Leuchtend weiße Hände

Zudem konnten die Neuntklässler dort in der „Blackbox“ prüfen, ob sie ihre Hände ordentlich desinfiziert hatten. Mal eben schnell ein paar Spritzer in die Hand, reicht nicht aus. Erst wenn die Flüssigkeit ordentlich verteilt wurde, leuchtet die gesamte Hand in hellem Weiß – und sie ist ordentlich desinfiziert.

Robina Heinrich zeigte im „Darkroom“, wie schnell sich überall Viren und Bakterien, kurz Viba‘s genannt, und auch Keime verteilen. Dazu lud sie zu kleinen Spielen und Handgriffen ein. Schwarzlicht machte die Verteilung deutlich.

Um die Pflege der Hände ging es bei Ergotherapeutin Bina Panhans. Denn nicht nur die Sauberkeit ist wichtig, sondern auch eine gesunde Haut. Deshalb erfuhren die Schüler, wie sie ganz einfach selbst aus grobem Meersalz und Olivenöl – für einen besseren Duft kam ein Schuss Orangenaroma dazu – ein Handpeeling und aus Quark, Eigelb und Oliven- oder Mandelöl – in dem Fall mit einem Schuss Zitronenöl – herstellen können. Dünne Einweghandschuhe während der Einwirkzeit überziehen – die Hände sind dankbar für die Pflege. Wer wollte, konnte außerdem ein Paraffinbad ausprobieren. Ein solches hat zwar auch kosmetische Wirkung. Vor allem aber kommt es in der Ergotherapie zu medizinischen Zwecken etwa bei Gelenkbeschwerden zum Einsatz, erklärte Bina Panhans.

Im Alltag ist die Händedesinfektion nicht zwingend erforderlich. Da reicht meist das Händewaschen. Im Krankenhaus ist die Desinfektion dagegen äußerst wichtig. Werden beim Händewaschen lediglich 20 Prozent der Keime beseitigt, sind es bei der Desinfektion 99 Prozent, berichtete Robina Heinrich. Das KMG Klinikum in Havelberg hat deshalb nicht nur den Eingangsbereich und die Wartezonen mit Desinfektionsmittelspendern ausgestattet. Sie befinden sich in jedem Patientenzimmer – ebenso wie Handschuhspender – und die Mitarbeiter sind mit Kitteltaschenflaschen ausgestattet. Jährlich wird in den Kliniken der Verbrauch an Händemitteln geprüft – damit beteiligen sich die KMG Kliniken an der bundesweiten Aktion „Saubere Hände“ – ein Beitrag zur Patientensicherheit.

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