Umweltbildung
VW-Azubis im Biosphärenreservat Drömling

05.10.2020

Etwa 230 Auszubildende von Volkswagen setzen sich für die Umwelt ein. Damit wird eine Absichtserklärung mit Leben erfüllt.

   Von
Anett Roisch



Anett Roisch

Oebisfelde/Kämkerhorst/Wolfsburg l „Umweltbildung ist das große Stichwort. Wir wollen den jungen Leuten und auch den älteren Mitarbeitern von VW die Natur etwas näher bringen“, erklärt Ulf Stautmeister, stellvertretender Leiter des Biosphärenreservats Drömling.

Nach der Absichtserklärung, die der Autokonzern im vergangenen Jahr unterschrieben hat, folgen nun Taten. Laut Vertrag hatte sich das Unternehmen verpflichtet, die Weiterentwicklung des Drömlings zum UNESCO-Biosphärenreservat zu unterstützen.

Rund 230 Auszubildende üben im Rahmen ihrer kürzlich gestarteten Ausbildung verschiedene Aufgaben in der Niedermoorlandschaft Drömling aus. Dabei geht es um den Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenarten zur Sicherung der Biodiversität. „Ziel dieses sozialen Einsatzes ist es, den Auszubildenden ein Bewusstsein für Naturschutz und Teamarbeit zu vermitteln“, erklärt Nikolas Thorke, verantwortlich für den Medienkontakt bei VW. In einer Pressemitteilung erklärt er, dass das Wirken im Sinn des Konzerngrundsatzes „Wir tragen Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft“ verwirklicht werde.

Insgesamt sollen noch bis Ende Oktober 300 Azubis und Studenten nicht nur auf dem Gelände des Info-Hauses in Kämkerhorst, sondern im gesamten Drömling zum Einsatz kommen.

Angefangen hat das Projekt mit dem Bau der Zaunanlage und der Teichpflege in Kämkerhorst. Es geht weiter mit der Kopfbaumpflege. Draht wird zum Biberschutz um Bäume gelegt. Streuobstwiesen sollen ertüchtigt werden. „Das sind alles Arbeiten, die normalerweise unsere Landschaftspfleger machen“, erklärt Stautmeister. Arbeit gäbe es im Drömling unendlich viel.

Der Einsatz stelle eine große Unterstützung für die Verwaltung des Biosphärenreservats dar. Denn aufgrund der Corona-Pandemie konnten in diesem Jahr Arbeitseinsätze von Freiwilligen sowie turnusmäßige Unterhaltungsmaßnahmen der Verwaltung nur in verminderter Anzahl stattfinden.

Der stellvertretende Leiter berichtet, dass nicht nur VW zu den Partnern des Drömlings gehört. In den vergangenen Jahren hatten auch andere Unternehmen das Angebot, sich in der Umweltbildung einzubringen, angenommen. Der Autokonzern sei – nach seinen Ausführungen – aber eine ganz andere Größenordnung. So eine große Personenzahl in der kurzer Zeit sei schon etwas Besonderes. „Sechs bis 24 Azubis pro Tag sind seit Anfang September im Einsatz“, ergänzt Edgar Frey, Unterabteilungsleiter für die Azubis in der Elektrotechnik. Im Rahmen von Teambildung sei auch geplant, dass Mitarbeiter verschiedener Abteilungen mit eingebunden werden.

Zu den Zaunbauern gehört auch Tarik Tekin, Auszubildender der Elektronik der Automatisierungstechnik, im ersten Lehrjahr. Der 18-Jährige wohnt in Sassenburg und gesteht, dass er vor seinem Einsatz noch nie im Drömling war. An seiner Seite schuftet Elektrotechnik-Auszubildende Nadine Thiedao. „Ich finde es gut, dass wir dieses Naturvorhaben unterstützen. Es macht Spaß, weil wir uns so kennenlernen. Das ist eine super Teamarbeit“, schwärmt die 21-Jährige, die sich gut vorstellen kann, ihren Freunden die Schönheit des Biosphärenreservates und das, was sie dort geschaffen haben, zu zeigen.

Durch die Geschichte des Drömlings führt Thomas Klöber, Mitarbeiter des Reservates, bei einem Rundgang in Kämkerhorst. „Es geht vom Moor über die Urbarmachung bis zur Kulturlandschaft. Das alles haben wir mit ein bisschen Wildnis verbunden, damit Natur auch Natur bleibt“, schildert Klöber und verrät, dass er oft im Mai zur Mittagszeit auch die Nachtigall, die in der Hecke saß, singen hörte. Auch die jungen Auszubildenden genießen in ihren Pausen die Natur. „Wir haben schon Spuren des Bibers gesehen“, sagt Tarik Tekin, während sein Ausbilder Uwe Spillner den schweren Erdbohrer für die Löcher der Zaunpfähle anschmeißt.

„Wir wünschen uns, dass das Projekt Früchte trägt. Wir glauben auch nicht, dass es eine Eintagsfliege ist, denn beide Seiten – VW und auch wir – sind engagiert“, sagt Stautmeister.

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