Schneechaos
Weiter Probleme bei Müllabfuhr im Harz

12.02.2021

Im Harz sind nach heftigem Schneefall weiter Straßen unpassierbar für Müllautos. In Osterwieck wird ein Abfuhrtermin abgesagt.

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Harzkreis l „Die Lage ist angespannt. Wir haben große Probleme.“ So lautet das erste Fazit von Ingo Ziemann, Chef der Entsorgungswirtschaft des Harzkreises (enwi). Am Donnerstag, 11. Februar, ist nach drei Tagen Schneepause wieder die reguläre Müllentsorgung angelaufen. Erwartungsgemäß mit vielen Schwierigkeiten. „Wir kommen in Halberstadt nicht in jede Straße rein“, bringt es Ziemann auf den Punkt. Es sei ein „enormer Aufwand“, die Kreisstadt, die am Donnerstag auf dem enwi-Tourenplan stand, „halbwegs“ zu entsorgen.

Viele Straßen seien noch nicht ausreichend geräumt. Es bestehe die Gefahr, dass sich die Müllfahrzeuge festfahren. „Die Fahrer sind hochmotiviert“, sagt der enwi-Chef. „Aber wir üben bewusst keinen Druck auf sie aus, weisen nicht an, dass sie in jede Straße reinfahren müssen.“ Jeder Fahrer trage für sich selbst die verkehrsrechtliche Verantwortung. „Wenn einer einen Schaden verursacht, haftet er persönlich.“

Dirk Hirschfeld von der von der enwi beauftragten Abfallwirtschaft Nordharz kennt die Probleme. Schon am Vormittag seien ihm vier Fahrzeuge gemeldet worden, die sich festgefahren hatten. „Wir kämpfen“, sagt Hirschfeld. „Die Passierbarkeit der Straßen ist eine mittlere Katastrophe. Die Nebenstraßen gehen gar nicht.“

Wege zu Wohnblocks müssen geräumt werden

Große Schwierigkeiten bereite zudem die zugesagte Nachentsorgung der Vierradcontainer in den Wohngebieten. „Es ist schlichtweg unmöglich, diese Behälter durch den tiefen Schnee zu ziehen“, so der Chef der Abfallwirtschaft. „Das schaffen auch fünf Männer nicht.“ Er hoffe deshalb, dass die Wohnungsgesellschaften und Großvermieter so schnell wie möglich Sorge tragen, dass die Zuwegungen geräumt sind.

Auch die Harzer selber könnten der Müllabführ in diese Tagen die Arbeit erleichtern. „Die grauen Hausmüll-Tunnen mit dem Griff zur Straße stellen. Die blauen Papiertonnen mit dem Griff von der Straße weg“, sagt Hirschfeld. „Das wäre eine echte Unterstützung.“

Enwi-Chef Ziemann bittet zudem darum, Tonnen und Säcke, wenn sie nicht geleert beziehungsweise abgeholt werden konnten, zurück aufs Grundstück zu holen. „Damit sie den Schneeräumfahrzeugen nicht im Weg stehen.“ Gleichzeitig sei es ihm ein Bedürfnis, den Bewohnern des Harzkreises zu danken. „98 Prozent der Bevölkerung zeigt großes Verständnis für unsere schwierige Situation und denkt mit. Das muss man auch mal festhalten.“

Übrigens: Die für Freitag, 12. Februar, angesetzte Müllentsorgung in Osterwieck und den Ortsteilen entfällt ersatzlos. Darum hatte Bürgermeisterin Ingeborg Wagenführ selbst persönlich gebeten. Viele Straßen seien noch nicht geräumt. Der Winterdienst sei noch nicht so weit.

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