Schuppenbrand
Ganz viel Glück im Unglück

18.12.2019

Eine Familie aus Heudeber ist dank umsichtiger Feuerwehren knapp einer Katastrophe entkommen.

   Von
Jörg Niemann



Heudeber l Es ist zum großen Teil der Alltagsroutine zu verdanken, dass am Dienstagmorgen bei einem Brand in Heudeber nur Sachschaden entstanden ist. In einem Haus in der Straße Eschgrau bemerkte ein Bewohner gegen 6.30 Uhr einen Brand im direkt an das Wohngebäude angrenzenden Schuppen.

Sofort wurden alle anderen Familienmitglieder alarmiert und konnten sich in Sicherheit bringen. Der Familienvater, ein ehemaliger Feuerwehrmann, wollte selbst eingreifen: „Ich habe noch zum Handfeuerlöscher gegriffen, musste aber sehr schnell einsehen, dass damit gegen dieses Feuer nichts auszurichten war“, sagte Peter Koldewitz.

Schnelle Reaktion

Nachdem der Rest der Familie in Sicherheit war, rückte auch schon die Feuerwehr an, als erste die Kameraden aus Heudeber. Etwa 100 Meter liegen zwischen Brandort und Gerätehaus. „Als wir am Ort ankamen brannte der Schuppen schon in kompletter Ausdehnung. Ein Teil der Flammen hatte bereits die Holztäfelung in der Wand des Wohnhauses im Brand gesetzt. Wir mussten sehr schnell reagieren“, sagte Ortswehr- und Einsatzleiter Markus Kissner.

Mit Hilfe der inzwischen zur Verstärkung angerückten Kameraden aus Danstedt, Derenburg, Langeln, Wernigerode und dem Einsatzleitwagen aus Abbenrode war das Ausbreiten der Flammen gestoppt und die eigentlichen Löscharbeiten konnten beginnen. Dabei gab es auch Unterstützung der Drehleiter aus Wernigerode, die sich vorsichtig durch die schmale Gasse an der Brandstelle schob.

Technische Ursache

Nachdem das Feuer gelöscht und die meisten Feuerwehren wieder in ihre Gerätehäuser abgerückt waren, übernahmen die Heudeberaner Kameraden die Brandwache. Wenig später traf auch ein Brandursachenermittler der Polizei vor Ort ein und fällte schon nach kurzer Zeit ein Fazit: „Das Feuer wurde durch eine elektrotechnische Ursache entfacht“, sagte Andreas Lehmann kurz vor dem Verlassen des Brandortes.

Und er fügte noch eins hinzu: „Es war wirklich knapp. Wäre das Feuer nur fünf Minuten später entdeckt worden, wäre wohl auch das Wohnhaus mit abgebrannt. Zudem haben die Feuerwehren eine brillante Arbeit geleistet“, resümierte Lehmann. Das sah auch Bewohner Peter Koldewitz so, der die Arbeit der Kameraden mit verfolgen konnte. „Wenn wir hier etwas Ordnung in das aktuelle Chaos gebracht haben, dann werden wir uns bei den Feuerwehr-Kameraden bedanken“, sagte er.

Nach Angaben der Pressestelle der Polizei in Halberstadt waren insgesamt 65 Einsätzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst an der Brandstelle. Eine konkrete Schadenshöhe war unmittelbar nach dem Erlöschen des letzten Brandherdes noch nicht zu beziffern.

„Es wird bestimmt nicht billig, aber viel wichtiger ist, dass niemand durch das Feuer zu Schaden kam“, sagte Peter Koldewitz. Er kann dank Glück und umsichtiger Feuerwehr das Haus im Eschgrau weiter bewohnen. Auf dringende Hilfe oder Spenden ist die Familie zurzeit nicht angewiesen.

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