Krankenhaus
Gespräche zum Erhalt der Havelberger Klinik

14.01.2020

Die KMG Klinikenhatten die Schließung der stationären medizinischen Versorgung bekanntgegeben. Was kommt stattdessen?

   Von
Andrea Schröder



Andrea Schröder

Havelberg  l „Rettet unser Havelberger Krankenhaus! Stirbt das Krankenhaus, stirbt auch die Region.“ Das steht auf den Listen, mit denen Mitarbeiter des Havelberger Krankenhauses Unterschriften für den Erhalt des Klinikums sammeln. Die KMG Kliniken als Träger haben vorige Woche die Schließung der stationären medizinischen Versorgung bekanntgegeben. Die Mitarbeiter erfuhren aus den Medien davon. Nicht nur sie sehen die beabsichtigte Umwidmung in ein Seniorenheim mit 58 Plätzen als keine Alternative für die medizinische Versorgung der Bevölkerung in der Region.

Carsten Wulfänger (CDU), Landrat in Stendal, und Bürgermeister Bernd Poloski (parteilos) führen Gespräche mit dem Sozialministerium, um Lösungen für den Kranken­hausstandort zu finden. Zu sagen, wie die aussehen könnten, dafür sei es noch zu früh. Fakt ist, dass die Krankenhausplanung für Sachsen-Anhalt bis 2021 das Klinikum Havelberg mit 37 Betten vorsieht.

Stetig sinkende Patientenzahlen und die daraus folgende Unwirtschaftlichkeit nennen die KMG Kliniken als Gründe für die beabsichtigte Schließung des Hauses, das erst 2016 nach millionenschweren Umbauarbeiten des Bettenhauses und einem neuen Anbau mit damals insgesamt 80 Betten feierlich eingeweiht worden war. Weniger Patienten hatten 2018 zur Schließung einer Station geführt. Das jährliche Defizit liegt seit 2015 laut KMG bei 1,7 Millionen Euro.

Die Mitarbeiter wollen die Schließungspläne nicht hinnehmen und organisieren eine Unterschriftensammlung. Der Betriebsrat hat für nächsten Montag eine Betriebsversammlung mit der Geschäftsführung anberaumt.

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